Gärtnerei

Landwirtschaft im Einklang mit Natur und in Gemeinschaft

Die Gärtnerei ist das Herz unserer Solidarischen Landwirtschaft in Tettnang.
Hier wachsen nicht nur Gemüse, Kräuter und Ideen – sondern auch eine enge Verbindung zwischen Boden, Menschen und Jahreszeiten.

Auf unseren Flächen bauen wir vielfältiges, regionales und saisonales Gemüse für unsere Mitglieder an. Dabei arbeiten wir ökologisch, ressourcenschonend und solidarisch – getragen von der Gemeinschaft der Solawi.

Unsere Anbauweise

Vielfältig, ökologisch und bodenschonend

In der Gärtnerei der Solawi Tettnang setzen wir auf einen vielfältigen Gemüseanbau statt Monokulturen. Das stärkt die Böden, fördert die Artenvielfalt und sorgt für gesunde Pflanzen.

Unsere Grundprinzipien:

  • ökologischer Anbau ohne chemisch-synthetische Pestizide
  • Aufbau und Erhalt fruchtbarer Böden
  • Förderung von Nützlingen und Biodiversität
  • Verwendung von samenfesten Sorten
  • möglichst geschlossene Kreisläufe
  • Handarbeit dort, wo sie sinnvoll ist

Wir arbeiten mit der Natur – nicht gegen sie. Wetter, Jahreszeiten und Boden geben den Rhythmus vor.

Market Gardening (Marktgärtnerei)

In der Solawi Tettnang bauen wir unser Gemüse nach dem Market-Gardening-Prinzip an. Ein altes, nachhaltiges Anbauprinzip, das Ressourcen schont und möglichst viel Ertrag auf kleiner Fläche bringt. Die Beete sind schmal, so können wir gut mit kleinen Handgeräten vom Weg aus arbeiten und kein Traktor verdichtet den Boden. Das bedeutet viel körperliche Handarbeit!

Durch feste Beete, Mulch und Kompost bleibt der Boden fruchtbar und lebendig. Chemie wird vermieden, stattdessen setzen wir auf Fruchtfolge, Vielfalt und ökologische Methoden. Dazu bedecken wir die Beete mit viel nährstoffreichem Kompost. Wir bepflanzen sie eng und lassen sie nie lange unbepflanzt, damit der Boden immer bedeckt und durchwurzelt ist.

Unser Gärtner:innen-Team

Hinter jeder Ernte steckt viel Wissen, Erfahrung und Engagement.
Unsere Gärtner:innen planen den Anbau, säen, pflanzen, pflegen, ernten – und behalten dabei immer die Bedürfnisse der Gemeinschaft im Blick.

Reinhild

Reinhild ist unsere Betriebsleiterin und seit 2007 Gemüsegärtnerin sowie Landwirtschaftsmeisterin. Sie hat in verschiedenen Betrieben im Acker- und Gemüsebau und in der Rinder- und Hühnerhaltung gearbeitet und mit Ingo biologisch-dynamische Betriebe in Kolumbien beraten.

In der Solawi verantwortet sie die Anbau- und Budgetplanung, koordiniert die Arbeiten, führt das Team und bildet die Brücke zum Vorstand. Sie arbeitet aus der Gesamtheit heraus: die Mitglieder gehören für sie genauso zum Betrieb wie das Gemüse. Ihr Ziel ist ein stimmiges Ganzes – nachhaltig im Umgang mit Boden, Ressourcen und Menschen.

„Die Solawi ist ein Kreislauf, in dem Boden und Menschen gleichermaßen gesund bleiben sollen.“

Ingo

Ingo ist Landwirtschaftsmeister und hat viele Jahre im eigenen Betrieb gearbeitet. Vor der Solawi Tettnang war er zwölf Jahre in Kolumbien in der Beratung bio-dynamischer Betriebe tätig.

Er unterstützt die Betriebsleitung und verantwortet die Anzucht der Jungpflanzen.
Die Erprobung eines anderen Wirtschaftsmodells, das Zusammenwirken neu zu denken und zu leben, ist für ihn das Spannende an der Arbeit in der Solawi. Für ihn ist das Solawi-Prinzip zukunftsweisend – sowohl in der Art des Anbaus als auch in der Art des gemeinsamen Tuns.

„Es ist wichtig, immer nach neuen Wegen zu suchen.“

Carmen

Carmen ist seit 2016 Landwirtin und macht derzeit ihren Meister. Sie hat auf verschiedenen Bauernhöfen in der Milchviehhaltung gearbeitet, unter anderem auf einer Alpe in der Schweiz. Zwei Anbausaisons war sie in einer Gemüsegärtnerei im Norden Deutschlands tätig.

Sie begleitet gerne das Wachstum von Pflanzen und Tieren und mag es, ihre Entwicklung achtsam zu pflegen. In der Solawi schätzt sie, dass das gemeinsame Anpacken im Vordergrund steht und der Fokus stärker auf der Qualität des Gemüses liegt – ohne den sonst üblichen Preisdruck.

„Es ist ein Wunder, wie aus einem Samenkorn Gemüse entsteht.“

Fabian

Fabian hat Betriebswirtschaft studiert. In Kanada hat er Permakultur gelernt und in einer ‚Community Supported Agriculture‘ (CSA) gearbeitet. Drei Jahre war er in einer Solawi in der Schweiz tätig und sammelte dort viel Erfahrung im Market Gardening.

Er schätzt es, Boden und Pflanzen zu spüren und den Boden sorgfältig mit kleinen Geräten zu bearbeiten. In der Solawi ist es ihm wichtig, die Gärtnerei auch als Bildungsort zu gestalten und neue Formen des Miteinanders zu entwickeln.

„In der Solawi können wir mit uns selbst und mit anderen in der Natur in Kontakt kommen.“

Chiara

Chiara ist die vierbeinige Aufpasserin der Solawi Tettnang. Mit wachem Blick und feiner Nase behält sie die Gewächshäuser und den Garten stets im Auge und sorgt dafür, dass hier alles seine Ordnung hat. Dabei ist sie aufmerksam, aber freundlich – und freut sich immer über bekannte Gesichter.

Ob bei der Feldarbeit oder rund um den Hof: Chiara ist fast immer dabei und ein fester Teil unserer Gemeinschaft.

Simba

Simba ist der aufmerksame Mäusejäger der Solawi Tettnang. Mit Geduld, Geschick und einem guten Gespür streift er durch Beete und Folientunnel und hält Ausschau nach ungebetenen Gästen. So leistet er ganz selbstverständlich seinen Beitrag zum Schutz unserer Ernte.

Meist ist er leise im Hintergrund unterwegs, beobachtet das Geschehen aus sicherer Entfernung oder sucht sich ein sonniges Plätzchen zwischen den Kulturen.

Mitmachen in der Gärtnerei

Die Gärtnerei ist kein abgeschlossener Ort – sie lebt von Begegnung und Beteiligung.
Mitglieder sind herzlich eingeladen, bei Mitmachtagen, Pflanz- und Ernteaktionen oder besonderen Arbeiten dabei zu sein.

Mitmachen heißt:

  • die Gärtnerei besser kennenlernen
  • Einblicke in den Anbau bekommen
  • gemeinsam anpacken
  • Teil des Ganzen sein

Zum Mitmachen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Regelmäßig mit dem Gärtnerteam während deren Arbeitszeiten (Montag und Freitag von 8 – 13 Uhr) z. B. Ernten am Donnerstagvormittag
  • Spontan tagsüber, auch abends oder stundenweise und am Wochenende nach Einweisung durch das Gärtnerteam z. B. säen, pikieren, jäten, mulchen, Triebe hochbinden – was eben gerade ansteht, nach Absprache und nach eigenen Möglichkeiten (auch rückenschonende Tätigkeiten möglich)
  • Feste Termine mit Anleitung durch Ehrenamtliche z. B. Feierabendgärtnern und Aktionstage

Vorkenntnisse sind nicht nötig – Lust und Neugier reichen aus.
Weitere Informationen findest du in unseren FAQs.

Ein Jahr in der Gärtnerei

Vom ersten Säen im Frühjahr über die volle Ernte im Sommer bis zur Vorbereitung auf den Winter: Die Arbeit in der Gärtnerei folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten.

Jede Saison bringt ihre eigenen Aufgaben, Herausforderungen und besonderen Momente – und genau das macht die Arbeit so lebendig.

Lust, mehr zu erfahren?

Du möchtest wissen,

  • wie dein Gemüse angebaut wird?
  • wer hinter der Ernte steckt?
  • oder selbst einmal mit anpacken?

👉 Dann komm gern direkt in der Gärtnerei vorbei (Montag und Freitag von 8 – 13 Uhr) oder komm zu einer unserer Veranstaltungen. Die Termine findest du in unserem Kalender.